Eingemachtes Voressen und lange Grenzkontrollen

20140316-223359.jpgWir schlafen lange in den Morgen hinein, bis in die Gegend von Saransk. Noch ist alles verschneit, Erde und Flüsse sind noch gefroren. Am Nachmittag Kopfweh. Wir fahren der Wolga entlang und überqueren sie kurz vor Samara. Dann geht die Fahrt weiter Richtung Orenburg, wo wir auch den Fluss Ural überqueren. Hier im Süden hat der gleichnamige Gebirgszug keine Ausläufer mehr. Ich habe Asien also erreicht.
„My friend“ tischt all seine Vorräte auf. Liebevoll in Vorratsgläser abgefülltes Voressen, Brot, Tee und „Konfetti“, die russischen Schoggisnacks.
Er wird aber zunehmend nervöser, versucht mir etwas mit seinem Billett zu erklären, ich meine zu verstehen, es sei eigentlich erst für Sonntag gültig.
Die Grenzkontrollen zwischen Russland und Kasachstan beginnen um etwa 22 Uhr als wir das erste Mal den Pass abgeben müssen. Ab Mitternacht hält der Zug dann zwei Stunden auf der russischen Seite der Grenze. Erneutes Abgeben der Pässe, jeder Winkel des Zuges wird mit Taschenlampen durchsucht. My friend muss seine Papiere wieder und wieder zeigen, schliesslich muss er den Zug verlassen, er sieht traurig aus, als er nachts um zwei den Grenzpolizisten hinterher trottet. Auch die Zugbegleiter runzeln sorgenvoll die Stirn. Ein Grossteil seines Gepäcks lässt er im Zug zurück – ob es wohl in Taschkent abgeholt wird? Es tut mir Leid, all seine Vorräte so auf dem Abteiltisch stehen zu sehen.20140316-223733.jpg